Was ist das Projekt OMS?

OMS steht für „Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung“. Hinter dem Projekt OMS des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verbirgt sich eine zweijährige umfassende Untersuchung der bestehenden elektronischen Arbeitgebermeldeverfahren in der sozialen Sicherung im Hinblick auf ihre Optimierungspotenziale.

Nachdem das ELENA-Projekt vor die Wand gefahren ist, will man vor dem Neustart eines modernen Melde- und Bescheinigungsverfahrens erst mal die Lage sondieren. Richten soll es das Projekt OMS (Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung).

Das Meldeverfahren der sozialen Sicherung mit seinen zahlreichen Fachverfahren zur Übermittlung von Informationen von ca. 3,5 Mio. Arbeitgebern für ihre über 40 Mio. Beschäftigten zu öffentlichen Stellen ist das größte Massenverfahren zur Übermittlung von Informationen in der Bundesrepublik Deutschland. Allein die Anzahl der Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise beträgt jährlich ca. 230 Millionen.

Übersicht der Standard Übermittlungsverfahren des Meldewesens in schematischer Darstellung.

Die Meldeverfahren der sozialen Sicherung wurden seit 2006 schrittweise auf die Nutzung des elektronischen Datenaustauschs – unter Nutzung des Internets und einer durch Standards geregelten „elektronischen Autobahn“ – umgestellt. Dies hatte zur Folge, dass alle Verfahrensbeteiligten wie Arbeitgeber, Krankenkassen, Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger, Bundesagentur für Arbeit sowie berufsständische Versorgungseinrichtungen signifikante Entbürokratisierungspotenziale erschließen konnten, da umfangreiche Datenmengen ohne Medienbruch ausgetauscht und verarbeitet werden können.

Vor diesem Hintergrund erhielt das BMAS im Jahr 2011 vom Bundeskabinett den Auftrag, bis zum Ende des Jahres 2013 zu prüfen, inwieweit bestehende elektronische Meldewege in der sozialen Sicherung zwischen Arbeitgebern und Sozialversicherungsträgern optimiert werden können.

Das Projekt OMS soll die künftigen Verfahren zum Austausch von Meldungen und Bescheinigungen festlegen. Im ersten Schritt wurden u. a. eine Ist-Aufnahme vorgenommen und Kosten ermittelt.

Zwischenbericht zur OMS-Machbarkeitsstudie veröffentlicht

Im Projekt OMS sind nach der Bestandsaufnahme nun erste Vorschläge zur Verbesserung der Meldeverfahren bewertet worden. Eine Zwischenbilanz stellt konkrete Optimierungsvorschläge zur Machbarkeitsstudie vor und gibt einen Ausblick auf die noch anstehenden Arbeiten im Projekt OMS.

Bürokratieabbau und Effizienzgewinn sollen Einzug halten in die verschiedenen Melde-, Antrags- und Bescheinigungsverfahren der Sozialversicherung. So lautet das Ziel vom OMS-Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Zur Halbzeit des Projektes wurde nun ein Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung (OMS) veröffentlicht. Sie gewährt auf 54 Seiten Einblicke in die Arbeit des Projektes und ist nach dem Kostenbericht  die zweite Veröffentlichung von Projektergebnissen.

Hohe Zahl von Optimierungsvorschlägen

Stolze 160 Optimierungsvorschläge wurden von Seiten der Wirtschaft, den Softwareerstellern und Sozialversicherungsträgern eingebracht. Nachdem doppelte oder ähnliche Ideen zusammengefasst wurden, standen netto 111 Vorschläge auf dem Programm. Die Bewertung so vieler Vorschläge würde den zeitlichen Rahmen des Projektes sprengen. Daher haben sich die Projektteilnehmer die 30 wichtigsten Vorschläge herausgesucht.

Die zahlreiche Optimierungsvorschläge, die verfahrensübergreifend sind und teilweise zur Realisierung von Effizienzvorteilen bei vielen oder sogar allen Datenübertragungsverfahren in den Meldeverfahren der sozialen Sicherung führen können. Sie lassen sich in die folgenden drei Kategorien einordnen:

  • Verwertung von Erfahrungen und Techniken aus dem ELENA-Verfahren
  • Verbesserte Kommunikationswege
  • Optimierung von Datenfeldern

Herausgekommen: ein bunter Mix verschiedenster Ansätze

Einige Vorschläge sind bereits auf den ersten Blick nachvollziehbar, wie z. B. die Wiedereinführung des optionalen Anfrageverfahrens einer Versicherungsnummer bei der Rentenversicherung. Andere hören sich eher kryptisch an wie der "stichtagsbezogene Versionswechsel" oder wecken Erinnerungen an politische Diskussionen der letzten Jahre. So finden sich in den 30 Vorschlägen auch die Zentralisierung der Datenannahme und die Schaffung einer monatlichen Meldung analog dem ELENA-Verfahren wieder.

Neun Optimierungsvorschläge im Detail

Der Zwischenbericht verrät noch keine endgültigen Ergebnisse, zeigt aber anhand von 9 Vorschlägen ausführlich die Hintergründe und den konkreten Nutzen auf. So wird z. B. am BEA-Verfahren verdeutlicht, wie die Erfahrungen und Techniken aus dem ELENA-Verfahren genutzt werden können. Das BEA-Verfahren ermöglicht es Arbeitgebern, die bisher auf Papier zu erstellenden Bescheinigungen an die Bundesagentur für Arbeit elektronisch abzugeben.

1. VSNR-Abfrageverfahren bei DSRV

  • Einführung eines Kennzeichens über eine geänderte Entgeltmeldung im Rahmen einer Beitragserstattung zur Rentenversicherung
  • Unmittelbare Beitragszahlung an Künstlersozialkasse
  • Zentrale Verfahrensinterpretation

2. Erstelldatum bis zur RV durchrouten

  • Harmonisierung Reaktion Dialogverfahren
  • Monatliche Meldung

3. Feld Datensatz ID

  • Meldung Arbeitgeber und Beschäftigungsbetrieb mit jeweiliger Betriebsnummer

4. Keine Zerlegung des Datenbaustein Unfallversicherung durch Dritte

  • eAU-Bescheinigung Arzt an KK 1
  • Rückmeldeverfahren für techn. Fehler (DAV > AG)

5. Gleiche Werte in Feldinhalten

  • Zertifizierungspflicht der Software der Sozialversicherungsträger in Dialogmeldeverfahren
  • Reduzierung der Kommunikationsverfahren in den Meldeverfahren
  • Zentralisierung der Datenannahme
  • Änderung der Stornierungs- bzw. Korrekturphilosophie
  • Keine Stichtagsumstellung

6. Stichtagsbezogene Versionswechsel

  • Integration der berufsständischen Versorgungseinrichtungen in Kernprüfprogramm

7. Elektronische Bescheinigungen maschinell anfordern

  • Anforderung Gesonderte Meldung maschinell
  • Systemprüfung für Kommunikationssoftware
  • Harmonisierung des Meldeverfahrens mit Zusatzversorgungseinrichtungen
  • Versionierung (gemeint ist Stichtagsregelung)
  • Einheitliche XML-Strukturen – Einheitliches Verfahren unter Nutzung des eXTra-Standards
  • Einheitliche XML-Strukturen-Nutzdaten im XML-Format

8. Einrichten einer Informationsplattform

9. Fehlerrückmeldungsmöglichkeit vom (End-) Empfänger an den (ursprünglichen) Absender

Optimierungsvorschläge Projekt OMS

Informationsaustausch optimieren

Die Kommunikationswege zu verbessern, ist ein weiteres Anliegen, das sich in den Optimierungsvorschlägen wiederspiegelt. Insbesondere sollen bestehende Medienbrüche in einzelnen Verfahren beseitigt werden, in denen Sozialversicherungsträger elektronische Bescheinigungen auf Papierwegen anfordern.

Neben der Prozessverbesserung soll aber auch an der persönlichen Kommunikation gearbeitet werden. So zielt ein Vorschlag auf eine neu zu schaffende Informationsplattform ab, auf der sich Softwareersteller von Entgeltabrechnungsprogrammen mit den Sozialversicherungsträgern über fachliche und technische Fragen austauschen.

Ausblick zur abschließenden Bewertung

Am 31.12.2013 soll es soweit sein: Zu allen 30 Verbesserungsvorschlägen werden

  • die wirtschaftlichen Auswirkungen sowie
  • die rechtlichen und technischen Voraussetzungen

in einem Abschlussbericht dargestellt. Selbstredend werden dabei auch die datenschutzrechtlichen Aspekte berücksichtigt. Man darf also gespannt sein, welche Ergebnisse am Ende des Projektes stehen - und noch mehr, wie diese die Entgeltabrechnung erleichtern werden.

Meilensteinplan des Projekt OMS

Ergebnisse des OMS-Projekts mit Dauerwirkung

Von den umfangreichen Dokumentationen innerhalb des Projekt OMS erhofft man sich bereits jetzt Dauernutzen. Denn es wurde umfassend bewertet und analysiert. Dies könnte auch bei künftigen Machbarkeitsstudien helfend herangezogen werden. Durch OMS (Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung) liegen schließlich zum ersten Mal standardisierte Prozessbeschreibungen der 39 untersuchten Verfahren in der Sozialversicherung vor.

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OMS steht für „Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung“. Das OMS-Projekt hat zum Ziel die bestehenden elektronischen Meldewege in der sozialen Sicherung zwischen Arbeitgebern und Sozialversicherungsträgern optimieren. Betroffene Themen: OMS Projekt, OMS, Meilensteinplan OMS, Zeitplan OMS, OMS-Machbarkeitsstudie, Optimiertes Meldeverfahren in der sozialen Sicherung, ELENA-Projekt; ELENA, Meldeverfahren, Sozialversicherungsmeldungen, Beitragsnachweise, Arbeitgeber, Krankenkassen, Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger, Bundesagentur für Arbeit, BMAS, berufsständische Versorgungseinrichtungen, OMS Verbesserungsvorschläge, Zwischenbericht OMS, OMS Entbürokratisierungspotenziale, BEA-Verfahren, BEA

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